Berufsunfähigkeitprüfung! - arbeitsmedizinischen Dienst im BBRZ
Ich habe zur Sache der Berufsunfähigkeit Informationen bei der Volksanwaltschaft eingeholt.
Wenn das AMS begründete (nicht willkürlich und zu Disziplinierungszwecken) Zweifel an der Arbeitsfähigkeit eines Arbeitslosen hat, darf es eine medizinische Abklärung verlangen. Hier regeln § 8 der Menschenrechtskonvention (Eingriffe ins Privatleben) als auch höchstgerichtliche Erkenntnisse die Wahrung der Verhältnismäßigkeit und den Schutz der Privatperson.
Im AlVG ist aber nicht festgelegt, wie diese Untersuchung zu organisieren ist. § 18 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes sieht folgendes vor:
§ 18. (1) Die Behörde hat sich bei der Erledigung von Verfahren so viel als möglich einfacher, rascher und kostensparender Erledigungsformen zu bedienen.
Und das AVG sagt über die Beiziehung von Sachverständigen:
Fundstelle BGBl.Nr. 51/1991 zuletzt geändert durch BGBl.Nr. 471/1995
Typ BG - §/Artikel/Anlage § 52 - Inkrafttretedatum 19980701-Außerkrafttretedatum 99999999 Abkürzung AVG
Index 40/01 Verwaltungsverfahrensgesetze außer Finanz- und Dienstrechtsverfahren
Text Sachverständige
§ 52. (1) Wird die Aufnahme eines Beweises durch Sachverständige notwendig, so sind die der Behörde beigegebenen oder zur Verfügung stehenden amtlichen Sachverständigen (Amtssachverständige) beizuziehen. (2) Wenn Amtssachverständige nicht zur Verfügung stehen oder es mit Rücksicht auf die Besonderheit des Falles geboten ist, kann die Behörde aber ausnahmsweise andere geeignete Personen als Sachverständige (nichtamtliche Sachverständige) heranziehen. (3) Liegen die Voraussetzungen des Abs. 2 nicht vor, so kann die Behörde dennoch nichtamtliche Sachverständige heranziehen, wenn davon eine wesentliche Beschleunigung des Verfahrens zu erwarten ist. Die Heranziehung ist jedoch nur zulässig, wenn sie von demjenigen, über dessen Ansuchen das Verfahren eingeleitet wurde, angeregt wird und die daraus entstehenden Kosten einen von dieser Partei bestimmten Betrag voraussichtlich nicht überschreiten. (4) Der Bestellung zum nichtamtlichen Sachverständigen hat Folge zu leisten, wer zur Erstattung von Gutachten der erforderten Art öffentlich bestellt ist oder wer die Wissenschaft, die Kunst oder das Gewerbe, deren Kenntnis die Voraussetzung der geforderten Begutachtung ist, öffentlich als Erwerb ausübt oder zu deren Ausübung öffentlich angestellt oder ermächtigt ist. Nichtamtliche Sachverständige sind zu beeiden, wenn sie nicht schon für die Erstattung von Gutachten der erforderten Art im allgemeinen beeidet sind. Die §§ 49 und 50 gelten auch für nichtamtliche Sachverständige.
Anmerkung Zur Beeidigung vgl. G RGBl. Nr. 33/1868.
Schlagworte nichtamtlicher Sachverständiger, Fachfrage, Fachkunde, Sachkunde
Gesetzesnummer 10005768 - Dokumentnummer NOR12064988 - Alte DokNr N4199512428O
Je nun: Den Amtssachverständigen kann man sich leider nicht aussuchen.
Früher hat man die Arbeitslosen zum Amtsarzt geschickt. Diese Tätigkeit ist nunmehr vom arbeitsmedizinischen Dienst im BBRZ übernommen worden, der als der vom AMS eingesetzte amtliche Sachverständige fungiert.
Nach Auskunft der Patientenanwältin (587 12 04) hat der/die vom Verfahren Betroffene (Pensionsansuchende oder Arbeitslose/r oder PatientIn)aber das Recht, auf der Beiziehung eines Facharztes zur Klärung seiner/ihrer Sache zu bestehen, wenn er/sie dies für erforderlich erachtet. Allerdings scheint der arbeitsmedizinische Dienst tatsächlich über FachärztInnen inklusive PsychiaterInnen zu verfügen, die eine hinreichende (ich denk, das müsst man im Einzelfall auch prüfen) Abklärung der Arbeitsfähigkeit vornehmen können. Sie haben sich bei der Weitergabe des von ihnen erhobenen Befundes auf jene Daten zu beschränken, die das AMS unbedingt wissen muss, um in der Sache zu entscheiden: D.i.die Art und Grad der Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit. Eine allfällige Weitergabe von Krankheitsdetails (Einzelne Befunde, stattgehabte Operationen, biographischer Hintergrund etc.) oder Einzelheiten der Diagnose ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht zulässig. Selbstverständlich dürfen auch die Gutachten, die bei der Einbestellung angefordert werden und die gegebenenfalls von der/dem Arbeitslosen vorgelegt werden, nicht dem AMS übermittelt werden.
Das Attest der Arbeitsunfähigkeit selbst wird vom AMS ausgestellt. Es bedient sich dabei der Unterlagen, die von den amtlichen Sachverständigen geliefert werden. Dieses Attest hat Bescheidcharakter und kann wie jeder andere Bescheid über den üblichen Verfahrensweg bis zum VwGH beeinsprucht werden
Zur Auskunftspflicht des AMS: Das AMS muss von sich aus über die Angelegenheiten, die im Bereich der Behörde liegen, unaufgefordert Auskunft geben. Dazu braucht man nicht extra fragen. Das AMS muss aber auch auf Fragen antworten, die nicht unmittelbar in den Verwaltungsbereich der Arbeitslosigkeit fallen: Z.B. gerade dann, wenn die Prüfung der Arbeitsfähigkeit ins Haus steht: ob es im gegebenen Fall ratsam erscheint, einen Pensionsantrag zu stellen, wie dieser zu stellen ist, wie hoch der Pensionsvorschuss sein wird und welche Nachteile mit der Stellung des Antrages verbunden sein könnten etc. Achtung: Diese Fragen müssen von der arbeitslosen Person gestellt werden. Das Spiel läuft so, die auskunftsuchende Person selbst fragt und sich nicht darauf verlässt, dass die AMS-Betreuer sie schon von sich aus über alles Notwendige und Wissenswerte informiert. Man muss auf den Knopf drücken: von selber spucken sie das nicht aus.
Die beschriebene Auskunftspflicht des AMS könnte man als ungeschriebene Fürsorgepflicht bezeichnen, denn sie fusst zwar auf keinem Gesetz, folgt jedoch einem Urteil des Landesgerichts, dass diese Fürsorgepflicht hervogehoben hat.
In den Fällen, wo die Arbeitsfähigkeit in Zweifel gestellt wird, ist auch deshalb das Einholen von Informationen durch fleißiges Fragen unbedingt anzuraten, weil die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit durch das AMS den Rausschmiss aus dem Versicherungssystem zur Folge hat, was heisst, dass man in die Sozialhilfe abgedrängt wird. Die eigeninitiierte Antragstellung kommt daher der befürchteten Abschiebung der arbeitsunfähigen Person zum Sozialamt mit allen nachteiligen Folgen (Anrechnung von Versicherungszeiten für die Pension, verschärfte Bedarfsprüfung, kein geringfügiger Zuverdienst, Nachteile bei AMS-finanzierten Bildungsmaßnahmen, keine Geltung des AlVG, schwierige oder verunmöglichte Rückkehr ins Versicherungssystem...)zuvor. Ein weitere Vorteil ist darin zu sehen: Pensionierungen werden häufig nicht auf Dauer, sondern auf 1 oder 2 Jahre befristet gewährt. Wenn die befristet pensionierte Person nach Ablauf dieser Zeit keinen weiteren Antrag auf Verlängerung der Pension stellt, kann sie innerhalb eines Rahmens von bis zu 3 Jahren wieder in die Notstandshilfe zurückkehren und an ihren Leistungsbezug aus der Arbeitslosenversicherung anknüpfen.
Das Attest der Arbeitsunfähigkeit setzt voraus, dass jemand mehr als 50% Einschränkung eines vergleichbaren Menschen aufweist.
Wenns wirklich zur Untersuchung geht, nicht allzu krank zu erscheinen!
Danke an Maria Hintersteiner 29.06.2007
§ 49 AlVG Zwangszuweisung zu AMS-Psychologin (Antwort von M. H. hilft bei der Einschätzung der Lage! Es gibt für PsychologInnen sehr wohl Berufspflichten. Ich weiß aber nicht, welchen rechtlichen Status die haben.) 6.06.2009
Den BBRZ-Ärzten die Genfer Deklaration vorlegen und fragen ob sie mit diesen Werten etwas anfangen können!
Genfer Deklaration des Weltärztebundes Wechseln zu: Navigation, Suche Die Genfer Deklaration (häufig auch als Genfer Gelöbnis bezeichnet) wurde im September 1948 auf der 2. Generalversammlung des Weltärztebundes in Genf, Schweiz verabschiedet. Sie soll eine zeitgemäße Version des Eid des Hippokrates darstellen und wurde mehrfach revidiert (1968, 1983, 1994, 2005 und 2006).
Gelöbnis [Bearbeiten] Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand:
Ich gelobe feierlich mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen;
Ich werde meinen Lehrern die Achtung und Dankbarkeit erweisen, die ihnen gebührt;
Ich werde meinen Beruf mit Gewissenhaftigkeit und Würde ausüben;
Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein;
Ich werde die mir anvertrauten Geheimnisse auch über den Tod des Patienten hinaus wahren;
Ich werde mit allen meinen Kräften die Ehre und die edle Überlieferung des ärztlichen Berufes aufrechterhalten;
Meine Kolleginnen und Kollegen sollen meine Schwestern und Brüder sein;
Ich werde mich in meinen ärztlichen Pflichten meinem Patienten gegenüber nicht beeinflussen lassen durch Alter, Krankheit oder Behinderung, Konfession, ethnische Herkunft, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, politische Zugehörigkeit, Rasse, sexuelle Orientierung oder soziale Stellung;
Ich werde jedem Menschenleben von seinem Beginn an Ehrfurcht entgegenbringen und selbst unter Bedrohung meine ärztliche Kunst nicht in Widerspruch zu den Geboten der Menschlichkeit anwenden;
Dies alles verspreche ich feierlich, frei und auf meine Ehre. aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
28.06.09
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