WSF IN CARACAS MIT RIESEN-DEMO EROEFFNET
Zehntausende DemonstrantInnen eroeffneten mit einem Marsch durch das Zentrum das polyzenrische World Social Forum ( WSF ) in Caracas.
Stundenlang dauerte die Demonstration . An ihrer Spitze die zentrale Losung des Forums " Nein
zum Krieg und Imperialismus. Eine andere Welt, ein anderes Amerika ist moeglich ".
Was sofort auffaellt , ist die starke Beteiligung der Frauen. Viele feministische Organisationen sind mit von der Partie. Ihre Losungen reichen vom Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung bis hin zur Ablehnung rassischer Diskriminierung.
Die inhaltliche Bandbreite der Demo ist enorm : ALCA ( das Yankee-Projekt einer Freihandelszone von Alaska bis Feuerland ) wird ebeso aufs Korn genommen , wie die Schuldenproblematik der Laender des Suedens oder Bushs Krieg gegen den Irak. Die ungeloeste Landfrage wird von einer Vielzahl von Bauern- und LandarbeiterInnenorganisationen thematisiert (Via campesina, MST,...). Besonders beindruckend der Block der venezolanischen Organisation Frente Nacional Campesina, die mit ihren Macheten ausgerueckt ist. Auf ihrem Trasparent die Parole: " Totaler Krieg gegen den Grossgrundbesitz ". UmweltschutzerInnen sagen Bayer und Monsanto den Kampf an. Und ploetzlich taucht ein Transparent auf mit der Losung " Jesus war der erste Revolutionaer "...-
GewerkschafterInnen aus Venezuela und der brasilianischen CUT sind ebenso auf der Strasse wie Antikriegs-AktivistInnen aus Boston ( " Bring the troops home now" ) .
Alle in allem : ein gelungener Auftakt ! Und jetzt gehts weiter mit den Seminaren und Versammlungen.
Venceremos!
Hermann Dworczak 25.01.2006
Pressekonferenz "Enlazando Alternativas 2":
CHAVEZ UND MORALES :TEILNAHME AM LA-"ALTERNATIVENGIPFEL"
Auf der heutigen- sehr gut besuchten - Pressekonferenz in der " Concordia " in Wien konnten die OrganisatorInnen von "Enlazando Alternativas 2 ", dem Gegengipfel zum offiziellen Treffen der EU- und lateinmamerikanischen Staats- und Regierungschefs, mit einer politischen Bombe aufwarten: mindestens zwei Statschefs, nämlich die Präsidenten Venezuelas und Boliviens, Hugo Chavez bzw. Evo Morales werden auch am " Gipfel der Solidarität mit den lateinamerikanischen Völkern" teilnehmen.
Leo Gabriel von der Sozialforenbewegung umriß die Ziele des Gegengipfels : "Der Alternativengipfel soll die Auswirkungen neoliberaler Politik sowohl in Lateinamerika und der Karibik als auch in Europa aufzeigen und ein neues Netzwerk zwischen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Nord und süd schaffen ". Süffisant warnte er vor Etikettenschwindel, wenn etwa Anfang April in Wien eine Tagung der "organisierten (sic !) Zivilgesellschaft" stattfinden soll, bei der so bekannte " Zivilgesellschaftler" wie Benita Ferrero-Waldner und Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl auftreten sollen...
Carlos Aguilar von der " Alianza Social Continental", der Organisation die maßgeglich die -erfolgreichen - Proteste gegen ALCA( die Pläne eine " Freihandelszone" von Alaska bis Feuerland zu schaffen ) kordiniert, verwies darauf , daß im Rahmen eines "Triibunals", das die Aktivitäten europäischer multinatinaler Konzerne in Lateinmareika kritisch beleuchten soll , auch die Rolle österreichischer Firmen wie der Machinenbauer Andritz zur Sprache kommen soll.
Pia Lichtblau von Attac zeigte , daß das Ausmaß des- problematischen- Wirkens europäischer Firmen in Lateinmarika unterschätzt wird. In Brasilien etwa sind die Direktinvestitionen europäischer Firmen gut doppelt so groß wie die der USA. Und oft bemüht sich die EU bei Kooparationsabkommen mit lateinamerikanischen Ländern das erneut durchzuboxen ,was bei den WTO-Verhandlungen nicht durchgesetzt werden konnte.
Heinz Hödl von der Koordinierungstelle der österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission unterstrich das starke solidarische Engagement christlicher Organisationen in Lateinamerika ( etwa für " Ernährungssouveränität" der Länder statt Abhängigkeit vom Weltmarkt ) .
Last but not least sprach der internationale Sekretär des ÖGB Walter Sauer die Unterstützung durch die österreichische Gewerkschaftsbewegung aus. Im Rahmen von "Enlazando alternativas 2 " wird es am 11. Mai einen speziellen" Gewerkschaftstag " geben. Sauer gab auch der Hoffnung Ausdruck , daß nun , wo "sich der lateinmarikanische Kontinent nach drei Jahrzehnten Neoliberalismus erhebt, sich ein Ende der neoliberalen Hegemonie abzeichnet ".
23.März Hermann Dworczak ( Austrian Social Forum-Vorbereitungsgruppe )
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